SPRAYFOKUS EDITION 2025-01

Der Einfluss von Licht

Der Einfluss von Licht

Licht hat einen wesentlichen Einfluss auf den Körper.

Es beeinflusst nicht nur den physiologischen Prozess, sondern auch das Verhalten und die Entwicklung des Tieres. Aber wie viel und vor allem welches Licht ist für unsere Kälber eigentlich richtig?

Die Welt durch andere Augen sehen


Unser Hausrind ist ein Pflanzenfresser und gehört zu den sogenannten Fluchttieren. Evolutionär bedingt sind die Augen daher seitlich am Kopf ausgerichtet. Hierdurch entsteht ein Gesichtsfeld von 330°, was den Tieren ermöglicht, ihre Umgebung rundum gut im Blick zu haben. Allerdings überschneiden sich die Sehfelder beider Augen so nur in einem kleinen Bereich direkt vor dem Kopf, was bedeutet, dass die dreidimensionale Wahrnehmung und das Einschätzen von Entfernungen nur in einem kleinen Sichtfeld möglich ist. Das Rind hat außerdem durch eine vergleichsweise starre Linse nur eine geringe Sehschärfe und darüber hinaus eine schlechte Tiefenwahrnehmung. Unebenheiten, Schatten oder Objekte am Boden können deshalb nicht gut erkannt und erst nach Senkung des Kopfes richtig eingeordnet werden.

Die Adaption des Auges, also das Anpassen an verschiedene Lichtverhältnisse, verläuft bei Rindern sehr langsam, weshalb Lichtunterschiede im Stall oder auf Treibwegen zu vermeiden sind. Hat sich das Auge aber erst einmal an die Dunkelheit gewöhnt, sehen Rinder im Dunkeln wesentlich besser als wir. Dies bewirkt eine besondere Pigmentschicht auf dem Auge, das „Tapetum lucidum“. Auch das Bewegungssehen ist bei Rindern deutlich besser, da sie rund doppelt so viele Bilder pro Sekunde wahrnehmen, wie wir. Defekte Lampen und flackerndes Licht, sind daher äußerst unangenehm für die Tiere und lösen enormen Stress aus.

Quelle: Dr. Linus Klingenberg, Landtierärzte Klingenberg & Husheer

Wie viel Licht braucht ein Kalb?

Es gibt gesetzliche Vorgaben, die eine Mindestbeleuchtung in Ställen festlegen. Diese liegt im Kälberstall bei 80 Lux, für 10 Stunden täglich. Im Vergleich dazu hat ein sehr dunkler, bedeckter Tag etwa 100 Lux. Optimal wäre jedoch eine Beleuchtung, die nicht nur die Mindestanforderungen erfüllt, sondern auch die natürlichen Lichtverhältnisse nachahmt.

Eine Kombination aus Tageslicht und künstlicher Beleuchtung, die eine Intensität von 150 bis 200 Lux, über 12 bis 14 Stunden hinweg bietet, ist ideal. Auch die Dunkelphase darf nicht vernachlässigt werden. Kälber haben einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, der durch Licht und Dunkelheit reguliert wird. Eine Beleuchtung von weniger als 10 Lux hilft bei der Melatonin-Produktion (Schlafhormon), was zu einem erholsamen Schlaf führt. Dieser ist wichtig für ein gesundes Immunsystem und gutes Wachstum. Zu viel Licht während der Nacht oder unregelmäßige Lichtverhältnisse können den Schlaf stören und zu Stress führen.

In einem Kälberstall ist die Wahl der Lampen sehr wichtig, um eine angenehme Umgebung für die Tiere zu schaffen. LED-Lampen sind besonders energieeffizient und langlebig. Außerdem erzeugen sie nur wenig Wärme, was für die Tiere angenehm ist und eine Überhitzung des Stalls verhindert. Rinder bevorzugen Lichtquellen, die das natürliche Tageslicht simulieren. Lampen mit einem höheren Anteil an blauem Licht (etwa 5000K – 6500K) sind gut geeignet.

Achten Sie darauf, dass die Lampen staub-, feuchtigkeits- und ammoniakbeständig sind. Eine automatische Steuerung, die das Licht morgens einschaltet und abends dimmt, hilft dabei, den Tieren einen natürlichen Tagesablauf zu bieten.

Der signifikante Einfluss von Licht

Licht hat einen signifikanten Einfluss auf verschiedene Aspekte der Gesundheit und Produktivität von Kälbern und Kühen. Hier sind einige der wichtigsten Bereiche, in denen Licht eine Rolle spielt:

  • 1. Wachstumsrate:
    Licht beeinflusst die Produktion von Hormonen, die für die Entwicklung von Muskeln und Gewebe entscheidend sind. Durch 14 bis 16 Stunden Licht pro Tag (Simulation eines Sommertages), wird außerdem das Fressverhalten stimuliert. Kälber, die in gut beleuchteten Umgebungen gehalten werden, zeigen oft schnellere Gewichtszunahmen.
  • 2. UV-Licht und Hautgesundheit:
    Natürliches Sonnenlicht enthält ultraviolette (UV) Strahlen, die in moderaten Mengen positive Effekte auf die Haut haben können. UV-Licht fördert die Produktion von Vitamin D, was wichtig für die Hautgesundheit ist. Ein ausgewogenes Maß an Sonnenlicht hilft z.B. Krankheiten, wie Kälberflechte vorzubeugen.
  • 3. Wachstum des Euterparenchyms:
    Licht hat auch Auswirkungen auf das Euterwachstum bei weiblichen Tieren. Eine gute Lichtqualität fördert die hormonelle Regulation, die für die Entwicklung des Euters entscheidend ist.
  • 4. Geschlechtsreife:
    Eine ausreichende Lichtdauer und -intensität beeinflusst eine frühe Geschlechtsreife. Auch die Fortpflanzungszyklen werden über den Lichteinfluss reguliert. So zeigen Kühe, die in gut beleuchteten Stallungen gehalten werden, oft eine höhere Empfängnisrate.
  • 5. Milchleistung:
    Schlussendlich hat Licht auch einen direkten Einfluss auf die Milchleistung. Licht beeinflusst die Produktion der Hormone Prolaktin und Oxytocin, die für die Milchbildung entscheidend sind und steigert somit die Gesamtmilchleistung.

Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ist wichtig, aber die Schaffung optimaler Lichtverhältnisse kann einen erheblichen Unterschied in der Lebensqualität der Tiere bewirken.

Licht spielt eine wesentliche Rolle in der Tierhaltung und hat einen direkten Einfluss auf das Wachstum, die Fortpflanzung und die Produktivität von Kälbern und Kühen. Eine sorgfältige Gestaltung der Lichtverhältnisse kann daher entscheidend für die wirtschaftliche Effizienz der Tierhaltung sein.

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